Hi, ich bin Christina...

und ich lebe seit ich denken kann vegan!...

Nein, nicht schon mein ganzes Leben lang… erst, seit ich angefangen habe zu denken! Meinen Kopf zu benutzen.

Auch ich bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der es vollkommen normal ist Milch, Eier, Käse, Fleisch aber auch verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte zu essen. Jahrelang habe ich nicht in Frage gestellt, was ich da eigentlich esse.

Schon mein ganzes Leben lang hatte ich mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Doch mit den Jahren wurden es immer mehr und die Beschwerden wurden auch immer stärker. Magenbeschwerden, Lebensmittelallergien (Nüsse, Obst), Unverträglichkeiten (Lactose), Hautprobleme wie schwere Akne, Neurodermitis, Schuppen, Allergien auf kosmetische Inhaltsstoffe (Parabene, Parfum), Asthma, Bronchitis, Nebenhöhlen-Entzündung, ständige Erkältungen, Migräne, Pollenallergie… um nur mal ein paar zu nennen…

Wie die meisten Menschen in einer Situation wie meiner, bin ich zum Arzt gegangen. Und dann zu noch einem. Und noch einem. Und mir wurde geholfen! Ich bekam Medikament. Und dann noch welche. Und noch welche.
 

„Seit Erfindung der Kochkunst essen die Menschen doppelt so viel wie die Natur verlangt."

Benjamin Franklin



Übergewicht und Fastfood

Meine Krankheiten bekam ich also mehr oder weniger stillgestellt (geheilt werden sie natürlich nicht durch Medikamente). Aber ich hatte ein sehr großes Problem, bei dem mir kein Arzt helfen konnte: Ich hasse meinen Körper!

Klar, wie könnte ich auch anders? Denn in den Medien wurde mir immer wieder gezeigt, wie ich als Frau auszusehen habe: Groß, spindeldürr, sportlich, seidenglatte Haut, glänzendes und volles Haar auf dem Kopf usw. Wie soll ich es denn schaffen all diesen Anforderungen gerecht zu werden? Richtig! Gar nicht! Genau das ist was die Beautyindustrie will. Dass wir uns schlecht fühlen um dann deren Wunder-Produkte zu kaufen… und das tat ich auch brav. Ich kaufte sie ALLE und gab Unmengen von Geld aus.

Für Fat-Burner-Kapseln, Weight-Watchers-Produkte, Diätshakes, Light-Lebensmittel, Heimtrainer, Bauch-Beine-Po-Kurse. Ich machte eine Crashdiät nach der anderen, egal ob Kohlsuppen-Diät, Hackfleisch-Diät, Low-Carb-Diät, Low-Fat-Diät oder auch mal Gar-Nicht-Essen-Diät. Letze war für mich die schlimmste, weil ich Essen liebe. Daher versuchte ich es eine Weile lang mit "Nach Lust und Laune essen und dann mit Abführmittel nachspülen".

Das war jetzt eine sehr lange Ausführung um zu sagen: Ich habe meinen Körper nicht nur gehasst, sondern es ihm auch jeden Tag gezeigt.

Gefangen in alten Gewohnheiten

Klar, hätte ich auf die Idee kommen können, dass mein Körper mit etwas sagen will. Dass ich ihm mit all dem ungesunden Essen, meinen schlechten Gewohnheiten und meinem Lebensstil nicht gut tue.

Klar, habe ich immer wieder gehört, dass Milch zu Akne führen kann, Fast Food dick macht und einige Inhaltstoffe in Lebensmitteln Allergien auslösen können. Mir war schon klar, dass Stress so ziemlich jede Krankheit begünstigen kann - und ich hatte Stress! Unmengen von Stress. Denn ich kämpfte ja jeden Tag mit aller Gewalt gegen mich selbst.

Aber so richtig wahrhaben wollte ich das alles nie… etwas an meiner Ernährung ändern, etwas an mit ändern, Verantwortung für mein Handeln übernehmen. Zu komfortabel war es die Schuld auf die nicht funktionierenden Diäten, meinen Fitnesstrainer oder die Ärzte zu schieben. Zu günstig, köstlich und verlockend waren TK Pizza, Döner, Burger, Pommes, Backwaren, Süßigkeiten, Softdrinks und Alkohol.
 

„Probleme beginnen in deinem Kopf“

Christina Dosch



Vor Problemen wegrennen

Also was macht man, wenn man Probleme hat, die man nicht lösen kann? Entweder den Kopf in den Sand stecken oder davon laufen. Soweit es geht. Am besten ans andere Ende der Welt. Also nach Neuseeland.

Ich floh aus all dem Druck, der auf mir lastete. Ich floh aus einer Partnerschaft, die mir nicht gut tat. Ich floh vor Entscheidungen, die ich für meine Zukunft treffen musste. Ich floh vor meiner Perspektivlosigkeit und der Angst vor der Zukunft. Ich floh vor mir selbst, meiner Unzufriedenheit, meinen Problemen. … Genau! MEINEN Problemen.

Und genau da lag mein Fehler: Du kannst nicht vor deinen Problem fliehe. Du bist deine Probleme! Das Außen spiegelt immer wieder, was im Innen ist. Wie zu erwarten war, lösten sich meine Sorgen auf der anderen Seite der Welt nicht einfach in Luft auf. Ganz im Gegenteil. Besonders an meinem Körper merkte ich das zunehmend. Genau ZUNEHMEND. Denn ich nahm nochmal gewaltig zu.

Probleme beginnen in deinem Kopf

Ganz ehrlich, bis dahin war mein "Übergewicht" nur Kopfsache. Ich hatte eine super Figur und lag mit einer Größe von 161cm meistens so bei 54-56kg. Das liegt absolut im Normalbereich und ich hätte zufrieden mit meinem Körper sein können. War ich aber nicht!

Im Höhepunkt meiner Kariere als unglücklichster Mensch der Welt, lag mein Gewicht dann bei 64kg, womit ich laut BMI tatsächlich leichtes Übergewicht hatte. Ab da habe ich mich ehrlich gesagt einfach nicht mehr auf eine Wage getraut.

Theoretisch hätte ich mit diesem Ergebnis ja glücklich sein können… denn immerhin hatte ich es geschafft mittels Kraft meiner Gedanken meinen Körper zu formen. All die Jahre dachte ich, dass ich fett bin also bin ich auch jedes Jahr fetter geworden. Krass oder, wie machtvoll unser Verstand sein kann. Tja, aber anstatt glücklich zu sein , war ich todunglücklich und weinte mich regenmäßig in den Schlaf.
 

„Du bist am schönsten,
wenn du einfach du selbst bist."

Christina Dosch



Erste Erfolgserlebnisse

An dieser Stelle in meiner Geschichte möchte ich mich von ganzem Herzen bei meinem Freund Tobi bedanken. Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, wie mein Leben heute ohne ihn aussehen würde. Er war (und ist es heute noch) derjenige, der mich aus meiner Komfortzone holte, mir meine Fehler zeigt, mich zum Umdenken motiviert und mir liebevoll aber beständig in den Arsch tritt.

Nachdem er also einige Monate auf mich eingeredet hatte, war ich bereit mit ihm Joggen zu gehen und mich noch in Neuseeland im Fitnessstudio anzumelden.

Nur mal der Vollständigkeit halber: Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass man beim Sport nicht schwitzen muss. Ich dachte, dass wenn ich Übungen für die Bauchmuskeln mache (z.B. Situps), dass ich dann auch einen flachen Bauch bekommen werde. Ich danke, dass ich durch regelmäßige Cardioeinheiten abnehmen werde. Ich dachte, dass ich mich nicht anstrengen müsste für Ergebnisse. Es war also keine leichte Aufgabe für Tobi und eine harte Probe für unsere frisch gebackene Liebe.

Die Veränderung spühren

Doch es zahlte sich aus und ich konnte schnell Ergebnisse sehen. Innerhalb von nur wenigen Wochen…. Aber nicht auf der Waage. Denn ganz ehrlich, abnehmen ist nicht schwer, aber es gehört schon mehr dazu als ein bisschen Sport.

Nein, ich meine andere Ergebnisse. Von Training zu Training wurde ich besser, stärker, schneller. Jedes Mal konnte ich ein paar Kilo mehr drücken, ein paar Wiederholungen mehr machen, ein paar km/h schneller laufen oder auch bloß ein bisschen weniger nach Luft schnappen.

DAS war es, was mich motiviert hat weiter zu machen. Plötzlich begriff ich, wie beeindruckend mein Körper ist und das ICH ihn formen kann… Zu einem Teig-Kloß oder einer Athletin.

Seit dem ist kein Tag vergangen an dem ich nichts über mich, meine Ernährung und meinen Körper dazugelernt habe.